Goethe

Jeder Lyriker hat seine Vorbilder. Und wer ehrlich ist, der gibt zu, dass er sich bei aller Bewunderung und Ehrfurcht auch dann und wann klein und unbedeutend neben ihnen fühlt. Dieses Gedicht ist ein Versuch, gegen diesen Komplex anzuschreiben. 🙂

„Goethe“


Dichterfürst,

Universalgelehrter.

Größter deutscher Lyriker,

Meister der Wörter.


Will ich mich mit ihm vergleichen?

Da kann ich nur erbleichen!


Aber von uns beiden

bin ich als Physiker größer.

Ich kann über Quarks schreiben

und bin in Mathe minutiöser.

Zudem bin ich Musiker

und lass den Jazz erklingen.

Das Saxofon kam ja viel später.

Werde es nicht zu so viel Ruhm bringen.

„Bemühe dich stets!“, rät er.

 

Niesende Löwen

Niesende Löwen 

sind keine Igel.

Sie haben nichts zu tun mit Möwen.

Sie standen auf Ziegeln.



Aber nein, sie niesen nicht.

Sie sind grimmig.

Sechs standen da im Sonnenlicht.

Alle gleich, alle stimmig.



Sie sind ein Zeichen 

hessischer Macht.

Aber man muss nicht erbleichen.

Man kann bewundern ihre Pracht.



Es lohnt immer ein zweiter Blick.

Nicht nur für der Kamera Klick.

Platt

Bin platt

und matt.

Hab die Hitze satt.

Bekomme kaum was auf’s Blatt.




Oh, diese Temperaturen

sind nicht zum Kuren!

Ganz Deutschland im Hitzefieber,

36 °C wieder und wieder.




Kann nicht ständig duschen

oder Eis essen.

Dies Wetter ist nichts für Luschen,

die auf Wohlsein sind versessen.




Mache daraus das Beste

und dichte feste.

Sonnige Kälte

Ein klarer Tag

mit viel Sonne,

was ich mag.

Kalt ist es

zur Winterzeit!

Frieren tut es

wie nicht gescheit!

Die Abwehr gegen Bakterien

muss stehen - auch ohne Ferien!

Karneval

Alaaf, Helau,

Narri Narro!

Oh, was ist das nur für ein Radau,

wäre gerne anderswo!



Bin eher Karnevalsmuffel

und habe meine Ruhe gern.

Meide den närrischen Trubel

und gehe lieber wandern.



Was ist nur das Geheimnis

der guten Laune?

Ich doch immer wieder staune.



Man braucht hierzu ein besondres Verhältnis.

Es ist nicht nur der Alkohol,

der lässt Narren sich fühlen wohl.

Not(en)

Mir hat ein Witz gut gefallen, den ich von den Echoes of Swing gehört habe. Nach Noten spiele man nur zur Not. Deshalb hießen sie Noten.

„Not(en)“



Nach Noten

spielt man nur zur Not.

Dabei sind sie Boten

einer anderen Musikalität.



Ich spiele ungern nach Noten,

spiele lieber aus dem Kopf.

Spiele das, was mir kommt in die Pfoten,

so ist nun mal des Jazzers Mentalität.



Es ist beides wichtig zu können,

nach Augen und Ohren zu spielen.

Wichtig ist das Klangergebnis,

auf dass es wird zum Klangerlebnis.

 

Herbst

 

(Verfasst am 21. September 2017)



„Herbst“



Herbst,

vor dem Winter erst.

Doch, das Wetter heut

war schön und mild.

In der Karibik wüten

Stürme wild.

Aber zuerst

war’s hier empfindlich kalt.

So ist der Herbst

halt.