Quintessence und Blattwerk

Dieser Beitrag ist über meine großen Vorbilder am Saxophon aus Ostwestfalen-Lippe. Da ist einmal das Quintett „Quintessence“:

http://www.saxophonquintett.de/

Uli Lettermann, Sven Hoffmann, Andreas Menzel, Kai Niedermeier und Anatole Gomersall. Sie spielen meistens Crossover, d.h. verjazzte klassische Musik. Uli Lettermann ist ein phantastischer Arrangeur. Ganz besonders gefällt mir ihr Album „Vivaldi’s Five Seasons“. Die Konzerte beginnen sie oft damit, dass sie im Gänsemarsch in den Saal kommen, ein fröhliches Stück spielend.

Die Formation „Blattwerk“ bildete sich später, zum großen Teil aus ehemaligen Mitgliedern von „Quintessence“:

https://www.blattwerk-saxophonquartett.de/

Hartmut Salzmann, Timur Isakov, Alban Hauser und Bernd Stich. Zuvor war Tom Göstenmeier dabei. Von Timur Isakov bin ich ein ganz großer Fan, denn er war mein erster Saxophonlehrer. „Blattwerk“ ist sehr vielseitig, sie adaptieren aus unterschiedlichen Genres. Manchmal spielt Timur Isakov Klarinette. Das obwohl Tom Göstenmeier in einer Ansage behauptete: „Mit der Erfindung des Saxophons wurde die Klarinette abgeschafft!“

 

Feynman

In meiner Zeit als Teilchenphysiker war Richard Feynman mein Held. Nicht nur dass er die Feynman-Diagramme eingeführt hatte, die die Hochenergiephysik so viel begreiflicher machten. Er hatte auch viel Humor. In einer Zeit, in der mir wenig zum Lachen zumute war, las ich sein Buch „Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman!“ und ich fand es wunderbar, was ein neugieriger, intelligenter Charakter alles erleben kann. Später las ich die Biographie von Jagdish Mehra „The Beat of a Different Drum“. Der Titel spielt auf Feynmans Originalität und Trommelbegeisterung an. In einem Nachruf wurde er bezeichnet als „a physicist’s physicist“, als ein Physiker durch und durch. Manche mögen ihn für arrogant gehalten haben, aber seien wir ehrlich: Die allermeisten Menschen überschätzen ihre Intelligenz 😉

 

Warum Jazz?

Eine große Leidenschaft von mir ist diese Musik. Meistens ist sie gekennzeichnet durch Swing, Vorwärtsdrang und Improvisation. Mir ist sie wichtig als Lebensgefühl und Weg. Ich verbinde damit Freiheit, Neugierde, Offenheit und Toleranz. Rassismus und Jazz sind nur ganz schwer vereinbar, schließlich haben am meisten Afroamerikaner den Jazz geprägt. Es ist das schönste Geschenk Amerikas an die Welt.

Eigentlich brauchen Sie jetzt nicht weiterzulesen, denn es folgt eine Liste von Jazzern, die ich ganz toll finde. Die Aufzählung ist lange, ungeordnet und unvollständig.

Louis Armstrong, Lester Young, Coleman Hawkins, John Coltrane, Dexter Gordon, Duke Ellington, Ella Fitzgerald, Billie Holiday, Herbie Hancock, Esbjörn Svensson, Michael Wollny, Heinz Sauer, Karolina Strassmayer, Klaus Doldinger, Peter Back, Jürgen Wuchner, Uli Partheil, Christopher Dell, Gary Burton, Keith Jarrett, Jan Garbarek, Inge Brandenburg, Ingrid Laubrock, Paul Kuhn, Rolf Kühn, Chick Corea, Kalle Kalima, Emil Mangelsdorff, Dave Brubeck, Paul Desmond, Chet Baker, Dizzy Gillespie.

 

Goethe

Jeder Lyriker hat seine Vorbilder. Und wer ehrlich ist, der gibt zu, dass er sich bei aller Bewunderung und Ehrfurcht auch dann und wann klein und unbedeutend neben ihnen fühlt. Dieses Gedicht ist ein Versuch, gegen diesen Komplex anzuschreiben. 🙂

„Goethe“


Dichterfürst,

Universalgelehrter.

Größter deutscher Lyriker,

Meister der Wörter.


Will ich mich mit ihm vergleichen?

Da kann ich nur erbleichen!


Aber von uns beiden

bin ich als Physiker größer.

Ich kann über Quarks schreiben

und bin in Mathe minutiöser.

Zudem bin ich Musiker

und lass den Jazz erklingen.

Das Saxofon kam ja viel später.

Werde es nicht zu so viel Ruhm bringen.

„Bemühe dich stets!“, rät er.