Die Jürgen Wuchner Workshop Band spielte beim Promenadenkonzert 2018 im Orangeriegarten Stücke von Duke Ellington und seinem Orchester. Meine Soli habe ich herausgeschnitten. Hier die Fortsetzung:
Die Jürgen Wuchner Workshop Band spielte beim Promenadenkonzert 2018 im Orangeriegarten Stücke von Duke Ellington und seinem Orchester. Meine Soli habe ich herausgeschnitten:
Im Jazz ist es verpönt, nur über eine Skala zu improvisieren, z.Bsp. über eine Pentatonik. Ich bin der Meinung, das ist für einen Anfänger die einzige Möglichkeit. Ich habe das 10 Jahre in der Workshop Band getan. Zunächst nur die Pentatonik rauf und runter. Als die Skalen geläufiger waren, konnte ich schnellere Passagen einfügen und rhythmisch variieren. Hier zwei Beispiele. Zunächst ein Solo aus dem Jahr 2011:
Nun eine Improvisation von 2019:
Jetzt bin ich dabei, dass Improvisieren über Akkorde zu üben, über die changes, wie man im Jazz sagt. Zunächst nur mit 4 Tönen (Miniskalen) pro Akkord. Anstrengend! Ich bin froh, wenn ich die Miniskalen rauf spielen kann, immer beginnend mit dem Grundton. Der nächste Schritt ist Miniskala abwärts. Aber so bekommt man die momentan richtigen Töne in die Finger.
Übrigens, bei sehr hohen Tempi greifen auch erfahrene Jazzmusiker auf nur wenige Skalen zurück und spielen nicht mehr die Akkorde.
Click on the link and scroll down the page. You see “Bb- und Eb-Stimmen zum freien Download”. If you click on that field, you get the sheet music for Bb and Eb instruments.
I hesitated to make this free download public. I recommend buying the book so the publisher and the authors get their fair share. Even if you do not speak German, there is the sheet music for C instruments. I am writing this article to help proliferate Jürgen Wuchner’s music.
Seine Weggefährten erinnern sich. Einen großen Teil nehmen Noten ein. Bb- und Eb-Stimmen lassen sich auf der Seite des Verlages, siehe oberer Link, herunterladen.
Für seine ehemaligen Schüler ist dieses Buch natürlich ein „Muss“. Für Musiker sind die Noten eine wahre Fundgrube. Ich möchte Ihnen dieses Werk wärmstens empfehlen.
Jürgen Wuchner in 2014 (Photo by Helge Kramberger)
On 1st May 2020, Jürgen Wuchner has passed away. He was a bassist, composer, band leader and teacher. He was honoured by the Hessian Jazz Award, the Darmstadt Music Award and the Johann Heinrich Merck Award. I knew him from his workshops. I played in his Darmstadt Workshop Band for 10 years. In his emails, he addressed the participants as “Dear jazz friends, …” and everybody knew about the double meaning. I feel very thankful that I could bring in original compositions which he arranged so wonderfully.
I feel helpless regarding something absolute like death. However, I take comfort from the fact that he had a fulfilled life of a musician and that he could travel all over the world. Gilbert Bécaud once sang, « Quand il est mort le poète, le monde entier pleurait ! » (When the poet died, the whole world cried!) This is also true for other artists.
It gave me so much having made music with him. He had many good traits of character. I miss him a lot.
Jürgen Wuchner auf dem Sommerfest der Jazz & Pop School 2014 (Foto von Helge Kramberger)
Gestern ist Jürgen Wuchner unerwartet verstorben. Er war Bassist, Komponist, Band Leader und Lehrer. Ihm wurde der Jazzpreis des Landes Hessen, der Darmstädter Musikpreis und die Johann-Heinrich-Merck-Ehrung verliehen. Ich kannte ihn durch seine Workshops. 10 Jahre spielte ich in seiner Bessunger Workshop Band. In seinen E-Mails schrieb er die Teilnehmer mit „Liebe Jazzfreunde, …“ an und jeder verstand die Doppelbedeutung. Ich bin ihm sehr dankbar, dass ich Eigenkompositionen einbringen konnte, die er so wunderbar interpretierte.
Man fühlt sich hilflos angesichts etwas Absolutem wie dem Tod. Aber sicher ist es ein Trost sagen zu können, dass er ein erfülltes Musikerleben und viel von der Welt gesehen hatte. In einem Chanson von Gilbert Bécaud heißt es: „Quand il est mort le poète, le monde entier pleurait!“ (Als der Dichter starb, weinte die ganze Welt!) Das gilt auch für andere Künstler.
Es hat mir so viel gegeben, mit ihm Musik gemacht zu haben. Er hatte viele gute Seiten. Er wird mir sehr fehlen.
Die Heimstättensiedlung ist ein schönes und ruhiges Viertel im Süden Darmstadts, wo ich wohne. Trotzdem gibt es im Winter auch schwermütige Tage. An einem solchen schrieb ich diesen Blues, der ursprünglich langsam gedacht war. Im Workshop erhöhte Jürgen Wuchner das Tempo deutlich. Jetzt bin ich auch der Meinung, dass das Stück an Groove gewinnt und ich mag den rockigen, kämpferischen Charakter. Warum Blue Heimstette und nicht Blue Heimstätte? Dadurch wirkt der Titel amerikanischer und der Blues kommt ja bekanntlich aus den USA. An einem sonnigen Hochsommertag 2019 kam Blue Heimstette im Orangeriegarten zur Aufführung.
The title can also be read as A Way From The Blues. I have practised many ways to play the blues and to improvise over the changes. Now, the composition is supposed to have nothing in common with a blues. This year it was performed thrice, the last time in a park in August.
Man kann den Titel auch lesen als (der) Weg vom Blues. Ich habe zuvor sehr viel Blues gespielt und geübt, über das Schema in allen möglichen Variationen zu improvisieren. Dieses Stück nun soll gar nichts mit einem Blues zu tun haben. Auf dem Sommerfest der Jazz- und Popschule im Juni hat es die Band sommerlich leicht uraufgeführt. Im Orangeriegarten im August haben wir das Stück dann ein weiteres Mal gespielt: