In My Dreams

Are you curious what I am dreaming of? I am going to tell you, musically. It is an admittedly short composition, but for three tenor saxophones. On account of the pandemic it is hard to get three saxophonists together, so I recorded myself thrice.

Here you find the written composition:

In_meinen_Traeumen_Tenor_Trio

 

You must believe in spring

Bill Evans war ein ganz großer Pianist. „Jazz ist ein Gefühl“, definierte er seine Musik. Auf dem legendären Album „Kind of Blue“ spielte er mit Miles Davis, John Coltrane und Cannonball Adderley. Das Album „You must believe in spring“ nahm Evans im Trio 1977 auf. Es wurde nach seinem Tod 1981 veröffentlicht. Es ist voller Ernst, aber auch Hoffnung. Sein Klavierspiel wirkt so klar und kunstvoll. Die Titelmelodie stammt von Michel Legrand. In diesen Tagen der Pandemie höre ich gerne diese Musik voller Würde und Zuversicht.

 

 

Quintessence und Blattwerk

Dieser Beitrag ist über meine großen Vorbilder am Saxophon aus Ostwestfalen-Lippe. Da ist einmal das Quintett „Quintessence“:

http://www.saxophonquintett.de/

Uli Lettermann, Sven Hoffmann, Andreas Menzel, Kai Niedermeier und Anatole Gomersall. Sie spielen meistens Crossover, d.h. verjazzte klassische Musik. Uli Lettermann ist ein phantastischer Arrangeur. Ganz besonders gefällt mir ihr Album „Vivaldi’s Five Seasons“. Die Konzerte beginnen sie oft damit, dass sie im Gänsemarsch in den Saal kommen, ein fröhliches Stück spielend.

Die Formation „Blattwerk“ bildete sich später, zum großen Teil aus ehemaligen Mitgliedern von „Quintessence“:

https://www.blattwerk-saxophonquartett.de/

Hartmut Salzmann, Timur Isakov, Alban Hauser und Bernd Stich. Zuvor war Tom Göstenmeier dabei. Von Timur Isakov bin ich ein ganz großer Fan, denn er war mein erster Saxophonlehrer. „Blattwerk“ ist sehr vielseitig, sie adaptieren aus unterschiedlichen Genres. Manchmal spielt Timur Isakov Klarinette. Das obwohl Tom Göstenmeier in einer Ansage behauptete: „Mit der Erfindung des Saxophons wurde die Klarinette abgeschafft!“

 

Die Echoes of Swing

Das ist ein Quartett, bestehend aus Chris Hopkins (Altsaxophon), Colin T. Dawson (Trompete), Bernd Lhotzky (Klavier) und Oliver Mewes (Schlagzeug). Die Vier begannen im Jahr 1998. Sie vergleichen ihre Musik mit den Geschichten aus 1001 Nacht. Wenn man diese neu erzähle, erwache ihr Zauber wieder. Die Swing-Ära war ungefähr in den 30er und 40er Jahren, als der Jazz überaus populär war. Die Bigbands von Benny Goodman und Glenn Miller waren sehr erfolgreich. Diese zumeist fröhliche Musik half den Amerikanern über eine schwere Zeit.

Chris Hopkins ist auch ein sehr guter Pianist und seine Ansagen sprühen vor Witz. Die Erklärung des Wortes „Noten“ inspirierte mich zu einem Gedicht. Manchmal hieß es: „Wir schockieren Sie jetzt mit einer zeitgenössischen Komposition!“ Es war gar nicht so schlimm. Diese Stücke stammten von ihnen selbst und waren im Swing-Stil geschrieben. Auch widersprachen sie der allgemein verbreiteten Meinung, dass Jazz immer aus dem Bauchgefühl zu kommen habe.

Nach ihrer aktuellen Website zu schließen, gehen sie jetzt mehr getrennte Wege. Ihre Musik gibt es weiterhin auf Tonträgern. Ich finde, diese „good time music“ wirkt noch immer.

In meinen Träumen

Wollen Sie wissen, was ich träume? Ich will es Ihnen mitteilen, musikalisch. Da es heutzutage schwer ist, drei Saxophone beisammen zu bekommen, habe ich mich selber dreimal aufgenommen, begleitet von Band in a Box.

Hier die Noten für drei Tenorsaxophone (und bessere Zeiten):

In_meinen_Traeumen_Tenor_Trio

 

Farewell to Jürgen Wuchner

Jürgen Wuchner in 2014 (Photo by Helge Kramberger)

On 1st May 2020, Jürgen Wuchner has passed away. He was a bassist, composer, band leader and teacher. He was honoured by the Hessian Jazz Award, the Darmstadt Music Award and the Johann Heinrich Merck Award. I knew him from his workshops. I played in his Darmstadt Workshop Band for 10 years. In his emails, he addressed the participants as “Dear jazz friends, …” and everybody knew about the double meaning. I feel very thankful that I could bring in original compositions which he arranged so wonderfully.

I feel helpless regarding something absolute like death. However, I take comfort from the fact that he had a fulfilled life of a musician and that he could travel all over the world. Gilbert Bécaud once sang, « Quand il est mort le poète, le monde entier pleurait ! » (When the poet died, the whole world cried!) This is also true for other artists.

It gave me so much having made music with him. He had many good traits of character. I miss him a lot.

 

Learn a Lick

From time to time I compose licks. These are only a few bars long. A lick for the chord C7 over one bar served as a source for an etude which I called “Learn a Lick”. I attach three versions in different keys. The eager players may practice all three of them. Or you may use them to play a blues in concert Bb with your jazz mates.

Learn_a_Lick_C   Learn_a_Lick_Bb   Learn_a_Lick_Eb

 

Why Jazz?

This music is a great passion of mine. Mostly it is characterized by swing, forward drive, and improvisation. It is important for me as an attitude towards life and as a journey. I associate freedom, curiosity, openness, and tolerance. Racism and jazz are very difficult to combine, for this kind of music originated mostly from African Americans. Jazz is the most beautiful present that America gave to the world.

Actually, you do not need to read any further. I am going to list my favourite jazzwomen and jazzmen. It is a long, incomplete list without specific order.

Louis Armstrong, Lester Young, Coleman Hawkins, John Coltrane, Dexter Gordon, Duke Ellington, Ella Fitzgerald, Billie Holiday, Herbie Hancock, Esbjörn Svensson, Michael Wollny, Heinz Sauer, Karolina Strassmayer, Klaus Doldinger, Peter Back, Jürgen Wuchner, Uli Partheil, Christopher Dell, Gary Burton, Keith Jarrett, Jan Garbarek, Inge Brandenburg, Ingrid Laubrock, Paul Kuhn, Rolf Kühn, Chick Corea, Kalle Kalima, Emil Mangelsdorff, Dave Brubeck, Paul Desmond, Chet Baker, Dizzy Gillespie.

Abschied von Jürgen

Jürgen Wuchner auf dem Sommerfest der Jazz & Pop School 2014 (Foto von Helge Kramberger)

Gestern ist Jürgen Wuchner unerwartet verstorben. Er war Bassist, Komponist, Band Leader und Lehrer. Ihm wurde der Jazzpreis des Landes Hessen, der Darmstädter Musikpreis und die Johann-Heinrich-Merck-Ehrung verliehen. Ich kannte ihn durch seine Workshops. 10 Jahre spielte ich in seiner Bessunger Workshop Band. In seinen E-Mails schrieb er die Teilnehmer mit „Liebe Jazzfreunde, …“ an und jeder verstand die Doppelbedeutung. Ich bin ihm sehr dankbar, dass ich Eigenkompositionen einbringen konnte, die er so wunderbar interpretierte.

Man fühlt sich hilflos angesichts etwas Absolutem wie dem Tod. Aber sicher ist es ein Trost sagen zu können, dass er ein erfülltes Musikerleben und viel von der Welt gesehen hatte. In einem Chanson von Gilbert Bécaud heißt es: „Quand il est mort le poète, le monde entier pleurait!“ (Als der Dichter starb, weinte die ganze Welt!) Das gilt auch für andere Künstler.

Es hat mir so viel gegeben, mit ihm Musik gemacht zu haben. Er hatte viele gute Seiten. Er wird mir sehr fehlen.

Blue Heimstette

Die Heimstättensiedlung ist ein schönes und ruhiges Viertel im Süden Darmstadts, wo ich wohne. Trotzdem gibt es im Winter auch schwermütige Tage. An einem solchen schrieb ich diesen Blues, der ursprünglich langsam gedacht war. Im Workshop erhöhte Jürgen Wuchner das Tempo deutlich. Jetzt bin ich auch der Meinung, dass das Stück an Groove gewinnt und ich mag den rockigen, kämpferischen Charakter. Warum Blue Heimstette und nicht Blue Heimstätte? Dadurch wirkt der Titel amerikanischer und der Blues kommt ja bekanntlich aus den USA. An einem sonnigen Hochsommertag 2019 kam Blue Heimstette im Orangeriegarten zur Aufführung.

Wie gewohnt, die Lead Sheets:

Blue_Heimstette_C   Blue_Heimstette_Bb   Blue_Heimstette_Eb