Musik und Internet

Ich möchte zwei tolle Websites vorstellen für Gehörbildung und Jazzmusiker. (Wiederum erhalte ich kein Geld dafür.)

tonedear(dot)com ist eine Website für die Gehörbildung. Zum Beispiel kann man das Erkennen von Intervallen und Akkorden üben, aber auch noch so vieles mehr.

learnjazzstandards(dot)com ist eine Resource für Jazzmusiker, sowohl für Anfänger, die die ersten Schritte auf ihrem Instrument getan haben, als auch Berufsmusiker, die das Improvisieren erlernen wollen. Die Podcasts, Videos und Blogbeiträge sind kostenlos. Als Mitglied des Inner Circle hat man Zugang zu den meisten Kursen und ist Teil der Community.

 

Musik und Computer

In diesem Artikel möchte ich vier Programme vorstellen: MuseScore, Speedshifter, Audacity und Band in a Box. Ich finde sie supernützlich und einige sind sogar gratis im Internet herunterladbar. Ich möchte betonen, dass ich für diesen Artikel kein Geld bekomme.

MuseScore ist ein Notationsprogramm. Man kann die Noten abspielen lassen, um einen groben Eindruck zu bekommen. Sehr ansprechend finde ich die damit notierten Lead Sheets.

Mit Speedshifter kann man eine Audiodatei bis zu einem Faktor 2 schneller oder langsamer abspielen lassen bei gleichbleibender Tonhöhe. Sogar das Transponieren ist möglich.

Mit Audacity kann man ein Audio editieren, d.h. zurechtschneiden und tontechnisch verändern. Ich benutze das Programm auch zum Aufnehmen. 

Band in a Box bietet sehr viele Möglichkeiten, sich von einer Band begleiten zu lassen. Ich verwende meistens nur die einfachsten: Akkorde eingeben, Stil auswählen, Anzahl der Strophen vorgeben und los. Audiodateien lassen sich exportieren. Wenn man nur wenige Takte üben will, kann man das mit einer Schleife (loop) tun.

 

Rhythmen zu einem Bossa

Hier möchte ich ein paar Einfälle weitergeben, welche Rhythmen zu einem Bossa Nova passen könnten. Da ist einmal die Clave, die jedoch viel Offbeat enthält. Man könnte sich ihr auf diese Weise annähern:

Die Noten als PDF:

Approaching_Bossa_Nova_Clave

So klingen die ersten beiden Rhythmen dann mit Begleitung:

 

It Can Happen

Was ist ein contrafact? Im Jazz bezeichnet man damit eine eigenständige Komposition, die auf den Akkorden eines bestehenden Stückes basiert. Hier dienten mir die Harmonien des Standards „It could happen to you“ als Inspiration. Ich lernte meine Komposition auswendig, was bei 32 Takten eine Herausforderung war. Meine Noten sind nicht so „selbstverständlich“, selbst für mich. Begleitet wurde ich von Band in a Box:

Die Lead Sheets der zweiten Version:

It_can_happen2_C   It_can_happen2_Bb   It_can_happen2_Eb

 

You must believe in spring

Bill Evans war ein ganz großer Pianist. „Jazz ist ein Gefühl“, definierte er seine Musik. Auf dem legendären Album „Kind of Blue“ spielte er mit Miles Davis, John Coltrane und Cannonball Adderley. Das Album „You must believe in spring“ nahm Evans im Trio 1977 auf. Es wurde nach seinem Tod 1981 veröffentlicht. Es ist voller Ernst, aber auch Hoffnung. Sein Klavierspiel wirkt so klar und kunstvoll. Die Titelmelodie stammt von Michel Legrand. In diesen Tagen der Pandemie höre ich gerne diese Musik voller Würde und Zuversicht.

 

 

Quintessence und Blattwerk

Dieser Beitrag ist über meine großen Vorbilder am Saxophon aus Ostwestfalen-Lippe. Da ist einmal das Quintett „Quintessence“:

http://www.saxophonquintett.de/

Uli Lettermann, Sven Hoffmann, Andreas Menzel, Kai Niedermeier und Anatole Gomersall. Sie spielen meistens Crossover, d.h. verjazzte klassische Musik. Uli Lettermann ist ein phantastischer Arrangeur. Ganz besonders gefällt mir ihr Album „Vivaldi’s Five Seasons“. Die Konzerte beginnen sie oft damit, dass sie im Gänsemarsch in den Saal kommen, ein fröhliches Stück spielend.

Die Formation „Blattwerk“ bildete sich später, zum großen Teil aus ehemaligen Mitgliedern von „Quintessence“:

https://www.blattwerk-saxophonquartett.de/

Hartmut Salzmann, Timur Isakov, Alban Hauser und Bernd Stich. Zuvor war Tom Göstenmeier dabei. Von Timur Isakov bin ich ein ganz großer Fan, denn er war mein erster Saxophonlehrer. „Blattwerk“ ist sehr vielseitig, sie adaptieren aus unterschiedlichen Genres. Manchmal spielt Timur Isakov Klarinette. Das obwohl Tom Göstenmeier in einer Ansage behauptete: „Mit der Erfindung des Saxophons wurde die Klarinette abgeschafft!“

 

Die Echoes of Swing

Das ist ein Quartett, bestehend aus Chris Hopkins (Altsaxophon), Colin T. Dawson (Trompete und Gesang), Bernd Lhotzky (Klavier) und Oliver Mewes (Schlagzeug). Die Vier begannen im Jahr 1998. Sie vergleichen ihre Musik mit den Geschichten aus 1001 Nacht. Wenn man diese neu erzähle, erwache ihr Zauber wieder. Die Swing-Ära war ungefähr in den 30er und 40er Jahren, als der Jazz überaus populär war. Die Bigbands von Benny Goodman und Glenn Miller waren sehr erfolgreich. Diese zumeist fröhliche Musik half den Amerikanern über eine schwere Zeit.

Chris Hopkins ist auch ein sehr guter Pianist und seine Ansagen sprühen vor Witz. Die Erklärung des Wortes „Noten“ inspirierte mich zu einem Gedicht. Manchmal hieß es: „Wir schockieren Sie jetzt mit einer zeitgenössischen Komposition!“ Es war gar nicht so schlimm. Diese Stücke stammten von ihnen selbst und waren im Swing-Stil geschrieben. Auch widersprachen sie der allgemein verbreiteten Meinung, dass Jazz immer aus dem Bauchgefühl zu kommen habe.

Nach ihrer aktuellen Website zu schließen, gehen sie jetzt mehr getrennte Wege. Ihre Musik gibt es weiterhin auf Tonträgern. Ich finde, diese „good time music“ wirkt noch immer.

Quintenzirkel

Der Quintenzirkel ist so wichtig in der Musik:

C-G-D-A-E-B(deutsches H)-F#-Db-Ab-Eb-Bb-F-C

Für den einen Zweig gibt es den Merkspruch:

„G-eh d-u a-lter E-sel h-ole Fis-che!“

Für den anderen Zweig:

„F-reche B-uben es-sen As-pirin, des-halb Ges-undheit!“

Aber am besten kann man den Quintenzirkel schon auswendig, um sich die Sprüche merken zu können.

In der umgekehrten Reihenfolge ist es der Quartenzirkel. Die Intervalle sind immer aufsteigend zu denken. Und so hat man stets Quarte, Grundton und Quinte nebeneinander stehen. Zum Beispiel: F-C-G.

Auch liefert er die Vorzeichen. G-Dur hat ein F#, D-Dur F# und C#, A-Dur F#, C# und G#, … und Fis-Dur F#, C#, G#, D#, A#, E#(=F). Sehen Sie die Systematik dahinter? Man fängt mit F an, versieht es mit einem # und folgt dem Quintenzirkel. Man stößt auf C und versieht es wiederum mit einem Kreuz und so weiter. Bei den Bes ist es einfacher. F-Dur hat ein Bb, Bb-Dur Bb und Eb, Eb-Dur Bb, Eb und Ab, … und Gb-Dur Bb, Eb, Ab, Db, Gb und Cb(=B). Man folgt dem Quartenzirkel, mit Bb beginnend.

Der Quartenzirkel hat auch die Grundtöne der ii-V-I-Verbindung. Zum Beispiel in C-Dur: D-G-C. Daraus macht man Dm7-G7-Cmaj7.

In meinen Träumen

Wollen Sie wissen, was ich träume? Ich will es Ihnen mitteilen, musikalisch. Da es heutzutage schwer ist, drei Saxophone beisammen zu bekommen, habe ich mich selber dreimal aufgenommen, begleitet von Band in a Box.

Hier die Noten für drei Tenorsaxophone (und bessere Zeiten):

In_meinen_Traeumen_Tenor_Trio